Klassische Schnittbild-Kalkulationen basieren häufig auf theoretischen Kreisstämmen.
Reale Rundhölzer weisen jedoch Krümmung, Ovalität und individuelle Geometrien auf, die das wirtschaftliche Ergebnis erheblich beeinflussen können.
Die folgenden Beispiele zeigen den Unterschied zwischen einer idealisierten Kreisberechnung und einer Kalkulation mit realen 3D-Messdaten aus der Produktion.
Die 80 × 100 mm Kanthölzer sollen aus der Box „4 m / 280–320 mm“ hergestellt werden. Für das Schnittbild rechts wird ein kreisrunder Stamm ohne Krümmung und Ovalität mit einem Durchmesser von 300 mm berechnet.
Die Kalkulation ergibt ein Ergebnis von 11,59 € / Fm bei einer HW-Ausbeute von 39,8% und einer Gesamtausbeute von 68,4 %

Mit einer moderaten Krümmung von 7 mm und einer Ovalität von 30 mm fällt das Ergebnis bereits auf −4,19 € / Fm.
Gegenüber der Kreisberechnung ergibt sich somit bereits eine Differenz von −7,81 € / Fm.


In der dritten Kalkulation verwenden wir keine fiktive Krümmung oder Abholzigkeit, sondern die realen 3D-Messdaten aus der Box „8 / 280–319 mm Zopf“.
Es wurden 300 Blöcke mit insgesamt 103,5 Fm eingeschnitten. Dabei entstanden 1.168 Kanthölzer im Format 80 × 100 mm.
Bei acht Blöcken war die Krümmung zu groß, sodass nicht vier Kanthölzer geschnitten werden konnten.
Das Ergebnis fällt mit −1,54 € / Fm nochmals etwas niedriger aus. Die HW-Ausbeute beträgt 36,1 % und die Gesamtausbeute 63,1 %.



Fazit
Die Optimierung von Rechtecken in einem idealisierten Kreis ersetzt keine reale Rundholzkalkulation.
Erst durch die Berücksichtigung von Krümmung, Ovalität und realen 3D-Messdaten entstehen Ergebnisse, die die tatsächliche Produktion widerspiegeln. Genau hier unterscheidet sich TiCalc von vielen herkömmlichen Kalkulationsprogrammen.

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